Dauerausstellung

Das Spengler-Haus steht auf altem Stadtmauergelände in der Hospitalstraße 56. Es war das Wohnhaus des Tischlermeisters, Heimatforschers und Mammutausgräbers Gustav Adolf Spengler (1869 – 1961) und seiner Familie. Hier hatte er seine Tischlerwerkstatt und sein legendäres Museum. Das im Herbst 1930 in einer Kiesgrube bei Edersleben entdeckte und von Spengler ausgegrabene Skelett eines Steppenelefanten wurde von ihm im Spengler-Haus präpariert und dort zunächst auch ausgestellt.

Das im Ursprung schlichte Handwerkerhaus hat im Laufe von Jahrzehnten durch die ausgeprägte Sammelleidenschaft Spenglers in Kombination mit seinen handwerklichen Fertigkeiten eine sehr eigenwillige Ausgestaltung und Einrichtung erhalten, die das starke historische Interesse des Hausherrn spiegelt. Geheimnisvoll und originell anzusehen, steckt es voller Geschichten über Spengler und seine Heimatstadt Sangerhausen. Seit 2001 ist das Spengler-Haus nach einer umfassenden Sanierung als Außenstelle des Spengler-Museums wieder für Besucher geöffnet.

Die Wohnräume Spenglers sind originalgetreu eingerichtet, so dass der Eindruck entsteht, der Hausherr könnte jederzeit zur Tür hereinkommen. Neben ganz gewöhnlichen Möbeln seiner Zeit findet man eine Vielzahl historischer Sammlungsstücke und selbst gefertigter Schnitzereien und Modelle. Spenglers Bibliothek ist das „Millionenzimmer“. Nach der Inflation tapezierte er den Raum mit wertlos gewordenen großen Geldscheinen. Ein verwunschener Innenhof verlockt im Sommer zu einer beschaulichen kleinen Rast im Grünen. Spenglers oft gelobtes Privatmuseum, reich an Originalfunden und anschaulich in Aufbau und Gestaltung, ist 1952 in die Dauerausstellung des modernen Spengler-Museums eingearbeitet worden. Was man im Spengler-Haus jedoch immer noch erleben kann, ist die Art, wie Spengler Museum machte. So sind verschiedene alte, handwerklich und von der Anschaulichkeit her reizvolle Modelle erhalten.

Sehr interessant ist im Spengler-Haus eine große mit Steinen beschwerte Wäscherolle, von Spenglers Vater gebaut und von seiner Mutter als Nebenerwerb betrieben. Sie ist heute noch funktionstüchtig und kommt regelmäßig zum Einsatz, denn hier können Schulklassen in einer sehr lebendigen Geschichtsstunde erfahren, wie mühsam das Wäschewaschen vor 100 Jahren war. Spenglers jüngere Tochter Anna war Putzmachermeisterin und hatte ihren kleinen Laden im Spengler-Haus. Für die Sangerhäuser Damenwelt einst eine wichtige Adresse, denn man ging nicht ohne Hut.